Was darf die Schule?

Dürfen die Lehrer in der Schule das überhaupt: Noten ändern oder Themen in einer Leistungsüberprüfung integrieren, welche im Unterricht gar nicht behandelt worden sind? Hier findet Ihr die Anworten auf diese Fragen!

 

Wenn viele eine schlechte Note geschrieben haben, kann man dann die Leistungsüberprüfung (Arbeit) wiederholen?

Das richtet sich sehr stark danach wie viele Schüler einer Klasse eine schlechte Leistungsüberprüfung geschrieben haben. Wenn mehr als ein Drittel aller Schüler kein ausreichendes Ergebnis haben, das bedeutet nicht mindestens eine 4 auf dem Gymnasium, ist die Lehrkraft verpflichtet die Schulleitung zu informieren. Anschließend liegt es im Ermessen der Schulleitung, ob eine Leistungsüberprüfung für ungültig erklärt wird oder nicht.

 

Können Lehrer Themen in Leistungsüberprüfungen integrieren, welche im Unterricht nicht behandelt wurden?

„Die Aufgaben für schriftliche Leistungsüberprüfungen sind so zu bemessen, dass Schüler/Innen diese in Ruhe bewältigen können und nicht in Zeitdruck geraten. Dabei soll der/die Schüler/In einen Denkprozess erfüllen, ohne das Ihnen von einem anderen Schüler/In oder der Lehrkraft geholfen wird“, heißt es in der Richtlinie für Klassenarbeiten (Hamburg, Fassung September 2013). Lehrer können also keine Themen integrieren, die während der normalen Unterrichtszeit nicht behandelt wurden.

 

Darf ich mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche länger an der Leistungsüberprüfung schreiben und darf mir dies zum Nachteil ausgelegt werden?

Das Schulgesetz sieht in diesem Fall einen besonderen Paragrafen vor. „Ein Nachteilsausgleich ist dann zu gewähren, wenn ein Schüler/In wegen einer Behinderung oder aufgrund einer Lese-Rechtschreib-Schwäche der Nachweis des Leistungstandes wesentlich erschwert wird.“ Somit dürfen Schüler/Innen länger an einer Leistungsüberprüfung schreiben, oder erhalten z.B. einen Ausgleich in Form eines Dudens bei einer Deutscharbeit. Allerdings wird in der Regel nur eine Erleichterung gewährt, wenn in der Vergangenheit eine mehrjährige Förderung vorrausgegangen ist.

 

Kann mir ein Lehrer meine Leistungsüberprüfung (Arbeit) wegnehmen, wenn ich spicke oder meinen Sitznachbarn helfe?

Wenn eine Schüler/In bei einer schriftlichen Lernerfolgskontrolle versucht zu täuschen, oder durch eine Täuschung versucht anderen Schülern/Innen zu helfen, kann die Person von der Lernerfolgskontrolle, laut dem Schulgesetz, ausgeschlossen werden. Wenn ein Schüler/In vor der Bearbeitung der Aufgaben ausgeschlossen wurde, so ist die die Leistung als nicht erbracht anzusehen.

 

Darf ein Lehrer eine Note für eine schriftliche Leistungsüberprüfung (Arbeit) nach der Rückgabe noch verändern?

Im Schulgesetz findet sich dazu kein expliziter Paragraf. Allerdings beantwortet der Gleichberechtigungssatz diese Frage in großen Teilen. Denn gleiche „Sachverhalte“ dürfen nicht ohne Grund ungleich behandelt werden. Somit müssen und dürfen Lehrer die Note einer schriftlichen Leistungsnachweises (Arbeit) im Nachhinein verändern, sollte die Note nicht der „Wahrheit“ entsprechen. Ansonsten würden Lehrer Schüler/Innen mit einer schlechteren Leistung, gegenüber Schülern/Innen mit besseren Leistungen bevorzugen. Dies würde dem Gleichberechtigungssatz wiedersprechen.

 

Darf die Schulleitung die Schule mit einer Überwachungsanlage ausstatten?

Eine Videoüberwachung von Schulräumen und schulischen Freiflächen (Pausenhof usw.) ist nur dann zulässig, wenn dies zur Abwehr einer konkreten Gefahr dient. Eine Überwachung der Klassenräume oder der sanitären Anlagen wie Umkleideräumen und Toiletten ist nicht erlaubt. Über die Einrichtung einer Überwachungsanlage muss die zuständige Behörde, in der Zusammenarbeit mit der Schulleitung, entscheiden. Zudem müssten überwachte Bereiche von der Schule gekennzeichnet werden.

 

Dürfen Lehrer unverhältnismäßige Ordnungsmaßnahmen verhängen?

Ordnungsmaßnahmen können sowohl die Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule bezwecken, aber auch zum Schutz beteiligter Personen dienen. Allerdings muss jede Maßnahme im Verhältnis zur begangenen Tat stehen. Ein/ne Schüler/In durch eine Ordnungsmaßnahme zu endwürdigen ist verboten. Wegen desselben Fehlverhaltens darf höchstens eine Ordnungsmaßnahme getroffen werden.

 

Wie groß dürfen Klassen (Schüleranzahl) denn sein?

An Stadtteilschulen dürfen in den Jahrgangstufen 5 und 6 maximal 23 Schüler/Innen in einer Klasse unterrichtet werden. In allen übrigen Jahrgangsstufen sind es maximal 25 Schüler/Innen. An Gymnasien darf die Schüleranzahl von 28, unabhängig der Jahrgangstufe, nicht überschritten werden.

 

Was? Eine wichtige Frage war nicht dabei? Dann schreibe sie einfach in die Kommentare und ich werde diese so schnell wie möglich beantworten.

 

(Alle hier genannten Informationen stammen aus dem Hamburger Schulgesetz. In anderen Bundesländern kann es Abweichungen geben. Der Seitenbetreiber und Autor übernimmt keine Haftung für die Gültigkeit der Paragrafen.)

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