Alle Beiträge von Niklas Heiden

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden ist Sportjournalist und Blogger aus Hamburg und berichtet live für Euch aus Göteburg.

G20-Erfahrung: Polizei, Straftäter, Anfeindungen

Fünf Tage habe ich live aus Hamburg berichtet, zahlreiche Demonstrationen fotojournalistisch begleitet. Dabei habe ich viele Eindrücke sammeln können, positiver und negativer Natur. Mein persönlicher Kommentar zum G20-Gipfel, den Polizei-Einsätzen, den Straftätern, den Demonstranten und den Anfeindungen gegen Journalisten.

Es waren harte und lange Tage. Tage, in denen ich zwar mit Gewalt gerechnet habe, mir allerdings erst wenige Tage nach dem Gipfel klar wird, was ich dort teilweise gesehen habe. Ich möchte aber erstmal klarstellen, dass meine hier geschilderten Eindrücke natürlich subjektiv und deshalb nicht zu pauschalisieren sind. Es sind meine Eindrücke, die ich während des G20-Gipfels erlebt habe, meine Einschätzungen. Denn für mich hat der Gipfel deutlich früher begonnen, als für viele andere Kollegen. Bereits am Dienstag (04.07) habe ich mir das Protestcamp im Altonaer Volkspark angeschaut, anschließend auch den Wasserwerfer-Einsatz am Neuer Pferdemarkt live erlebt. Eine „Spontan-Demonstration“ – die augenscheinlich nicht angemeldet war – wurde an der Sternbrücke mit massivem Schlagstock-Einsatz zerschlagen. Eine Person wurde dabei sogar schwer am Kopf verletzt.

Auch der anschließende Einsatz des Wasserwerfers hätte durchaus nicht Not getan, wenn man mich fragt. Von den dort anwesenden Personen ging so gut wie keine Gefahr aus. Das es dann Personen gibt, auch wenn es natürlich nicht richtig ist, die dann eine Flasche schmeißen, ist kaum zu verhindern. Denn auch bei vielen Unbeteiligten ist dieser Einsatz auf Unverständnis gestoßen. Viele Menschen haben aber auch friedlich demonstriert, dass konnte ich schon einen Tag später erfahren. Auf der „Lieber Tanz ich als G20“-Demo wurde teilweise zwar Pyrotechnik gezündet, doch die Polizei ging durchaus ruhig vor, ließ die Demo trotzdem weiterlaufen. Lob tatsächlich an dieser Stelle auch für den Einsatz am Jungfernstieg am Abend, wo man sich lange genug provozieren lassen musste. Der Einsatz war zu diesem Zeitpunkt durchaus gerechtfertigt – die Festnahmen mehrheitlich und augenscheinlich nachvollziehbar. Ich hatte das Gefühl, dass es auch anders geht. Doch bereits am Donnerstag wurde ich eines besseren belehrt.  Nicht mehr nachvollziehbar war dann der Einsatz bei der „Welcome to Hell“-Demonstration am Donnerstag. Ich möchte dabei nicht dementieren, dass es zu Beginn vermummte Personen im schwarzen Block gegeben hat. Allerdings wurde, nach dem Aufstocken der Demo, die Vermummung großenteils abgelegt, sodass man durchaus hätte weiterlaufen können – ohne größeres Risiko.

Stattdessen wirkte es so, als hätte die Polizei die Lage am Fischmarkt eskalieren lassen wollen. Ich möchte hierbei niemandem etwas unterstellen, aber einen Wasserwerfer-Einsatz anzuordnen und nahezu alle Fluchtwege abzuriegeln, sodass Menschen Mauern hochklettern müssen, weil sie sonst nicht mehr wegkommen, hat für mich nichts mit einem taktischen Einsatz zu tun. Selbst wenn im Vorfeld tatsächlich eine Flasche – wie berichtet wurde – geflogen sein soll, wurden durch diesen Einsatz mehrere tausend Menschen leichtfertig – durch die Begebenheiten vor Ort – in Gefahr gebracht. Es erinnerte, in abgeschwächter Form, an die Love Parade in Duisburg. Selbst Sanitäter wurden von Einsatzkräften angegangen. Das im Anschluss mehrere Fahrzeuge gebrannt haben, verurteile ich natürlich trotzdem. Für mich war es unfassbar unverständlich, wieso man einen Audi A2 – direkt vor einem Pflegeheim – anzündet. Das hat weder etwas mit Kapitalismus zu tun, noch setzt man irgendein Zeichen damit. Das ist einfach nur unfassbar dämlich. Klar ist aber auch, dass die Demo am Donnerstag die Menschen unglaublich zusammengeschweißt hat. Das hat man dann spätestens am Freitag klar gesehen und auch am eigenen Leib erfahren.

Denn während ich mich noch von den vorherigen Tagen erholt habe, wütete bereits am Morgen ein Mob von rund 200 Personen in Altona und auf der Elbchaussee. Und auch dabei bleiben Fragen offen: Warum war keine Polizei vor Ort bzw. ist eingeschritten? Wie konnte sich diese Gruppe – auch wenn sie die Klamotten gewechselt hat – ungesehen dort aufhalten? Eigentlich unmöglich, jedenfalls aus meiner Sicht. Loben muss ich die Einsatzkräfte tatsächlich auch für den Freitag. Dort habe ich – obwohl ein großes Gewaltpotential in der Schanze herrschte – die Beamten als sehr zurückhaltend wahrgenommen. Leider wurde auch ich, der die restlichen Tage keine Probleme mit Demonstranten hatte, an diesem Abend mit Steinen attackiert. Auch ich wurde mehrfach von vermummten Personen bedroht, nicht mehr zu fotografieren. Bereits am Mittag durfte ich Bekanntschaft mit Tränengas machen, dass mir von sächsischem BFE vor die Füße geschossen wurde. Mehrfach musste ich an allen Tagen mein Gesicht von Sanitätern reinigen und die Augen mit seiner Salzlösung spülen lassen. Auch der verbale Umgang war sehr rüde, so durfte ich mir Beleidigungen wie „Verpiss Dich du Hurensohn“ oder „Mach doch woanders Fotos“, seitens der eben beschrieben Polizei-Beamten in der Hafenstraße, anhören. Ohne Konsequenzen.

Natürlich standen die Beamten in einer Stresssituation, aber dennoch sollte man sich – meiner Meinung nach – trotzdem minimal im Griff haben. Zumal ich deutlich als Presse, durch meinen Helm, gekennzeichnet war. Ansonsten hatte ich, mit der Polizei, ziemlich wenig negative Erlebnisse – fast immer wurde auch mein Presseausweis akzeptiert. Was mich allerdings sehr erschreckt hat, war das Einsetzen der vielen ortsfremden Hundertschaften. Mehrfach habe ich an allen Abenden erlebt, dass Polizisten Unbeteiligte in die Richtung von Wasserwerfern geschickt haben und diese dann völlig panisch, in die nächste Polizei-Kette rannten. Auch dort hätte man durchaus Lagepläne austeilen können – ob das im Vorfeld geschehen ist, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber beurteilen kann ist der friedliche Samstag, am dem viele zehntausende Menschen auf die Straße gegangen sind. Eine echt schöne Abwechslung zu den Bildern, die man in den Vortagen gesehen hat. Leider reißt meine Kritik noch nicht ab, denn in den Abendstunden kam es erneut zu Auseinandersetzungen – auch dort bleibt mir die Einsatztaktik der Polizei bis heute ein komplettes Rätsel.

Friedliche Menschen – die am Neuer Pferdemarkt „gecornert“ haben – wurden plötzlich von bayrischem USK und Wasserwerfern attackiert – für mich ohne ersichtlichen Grund. Auch von diesen Personen ging keine nennenswerte Gefahr aus – lediglich wurden einige Böller gezündet. Warum das Schulterblatt dann ebenfalls geräumt wurde, ist für mich ebenfalls unverständlich. Auch dort war es während des gesamten Samstags nahezu komplett ruhig. Feststellen musste ich allerdings auch, dass am Samstag deutlich mehr Jugendliche in der Schanze unterwegs waren. Waren am Freitag – bei den harten Ausschreitungen – noch viele ausländische Aktivisten und „schwarzer Block“-Leute vor Ort, so waren es am Samstag vor allem „Event-Kiddies“, die in vorderster Front Steine auf die Beamten warfen und anschließend wegrannten. Das am späten Abend eine Gruppe von friedlichen Demonstranten mit Pfefferspray attackiert wurde, setzte dem Ganzen leider die Negativ-Krone auf. Für mich entwickelte sich das Gefühl, dass die Polizei – nach den Krawallen und Plünderungen am Tag zuvor – zeigen wollte, dass man die Lage doch unter Kontrolle haben kann. Leider völlig unpassend an einem sonst friedlichen Samstagnachmittag.

Ebenso bedenklich finde ich, dass vielen Journalisten die Akkreditierung entzogen wurde. Auf Twitter kursierten bereits am Freitagmorgen Bilder von ganzen DIN A 4-Seiten, die das Bundeskriminalamt (BKA) herausgegeben hatte. Bis heute warten viele Kollegen auf eine Begründung für die entzogene Akkreditierung – vor Ort wurde lediglich mitgeteilt, dass sie die „Sicherheit des Gipfels gefährden würden“. Jeder, der auf der Liste stand, durfte im Anschluss nicht mehr das Pressezentrum betreten. Oft war der Umgang mit Journalisten in den G20-Tagen einfach bedenklich und ich hoffe, dass nun im Nachgang noch einmal ganz genau beleuchtet wird, was dabei alles so passiert ist. Abschließend möchte ich auch noch einmal klarstellen, dass man durchaus gegen die Krawalle in der Schanze und das agieren der Polizei zugleich sein kann. Das eine schließt das andere nicht aus, nur weil sich beide Punkte im ersten Moment zu wiedersprechen scheinen. Das nun inzwischen gefordert wird, die Flora abzureißen – dazu erspare ich mir einfach mal jeglichen Kommentar. Denn eines hat sich in den Tagen eindeutig gezeigt: An den Vorkommnissen ist nicht nur eine Seite Schuld. Denn zu einer Eskalation, egal in welcher Form, gehören immer zwei Parteien.

Kritisieren möchte ich in diesem Zusammenhang allerdings dann doch noch jemanden, nämlich ZEIT Online. Der Kollege Sören Kohlhuber, der u.a. für den Watchblog „Störungsmelder“ verantwortlich war (der sich mit Rechtsextremismus beschäftigt), wurde nun vom Verlag entlassen. Grund: Kohlhuber hatte bei der „Welcome to Hell“-Demo Fotos auf Twitter veröffentlicht, die Anhänger der „Identitäten Bewegung“ zeigen. Daraufhin wurden besagte Personen von mehreren Menschen angegriffen und teilweise sogar verletzt (Meedia berichtete). Auf seiner Webseite zeigte er, einige Tage später, auch eindeutig die Zusammenhänge auf (hier!). Kohlhuber berichtet seit Jahren aus dem Rechten Milieu und begleitet Nazi-Aufmärsche mit seiner Kamera – leistet damit viel Aufklärungsarbeit. Dass nun ZEIT Online genau diesem Kollegen die Zusammenarbeit kündigt, finde ich sehr schwach. Wer unsere Verfassung nicht anerkennt und das Grundgesetz nicht respektiert, Menschen verachtet und derartiges Gedankengut verbreitet, verdient – aus meiner Sicht – nicht den Schutz des Rechtstaates. Sorry, aber da bin ich sehr konsequent. Nazis haben für mich einfach keinen Platz in unserer Gesellschaft verdient – egal ob sie nett sind, oder nicht.

Was haltet Ihr von der ganzen Geschichte? Jetzt gerne kommentieren!

Foto: Niklas Heiden

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SPIEGEL gegen DFB: WM 2006 gekauft?

„Sommer, Sonne, Schwarzgeld“ heißt der Artikel des Magazins „Der SPIEGEL“, der den Deutschen Fußball-Bund nun unter Zugzwang stellt. In diesem behauptet das Magazin, dass der DFB die Fußball-WM 2006 gekauft hat. Dabei soll es auch eine schwarze Kasse mit über zehn Millionen Franken gegeben haben. Alle Fakten dazu gibt’s hier:

SPIEGEL sorgt für sehr viel Furore

Als am Samstag die 43. Ausgabe des Magazins „DER SPIEGEL“ in den weltweiten Kiosken landete, ahnten wohl zuerst nur die Herausgeber, welche Wellen dieses Heft schlagen würde. Denn die Titelseite erhebt schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund. „Das zerstöre Sommermärchen“, darüber die Gesichter von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, dem damaligen „Gesicht der WM 2006“ und dem Kaiser Franz Beckenbauer, sowie vom ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfuß und darunter der Satz: „Schwarze Kassen – die wahre Geschichte der WM 2006“ ließen bereits auf den ersten Blick erahnen, dass die nächsten Tage wirklich ungemütlich für den DFB werden würden.

„Sommer, Sonne, Schwarzgeld: Die WM 2006“

Das Magazin berichtet von einer schwarzen Kasse des DFB-Bewerbungskomitees, die rund 10,3 Millionen Schweizer Franken intus hatte. Laut dem „SPIEGEL“ stammten diese 13 Millionen Mark, wie sie von den Autoren auch genannt wurden, vom damaligen Adidas-Boss Robert Louis-Dreyfus, der diese als Privatmann investierte. Gewusst haben soll davon neben Wolfgang Niersbach auch Franz Beckenbauer. Doch knapp eineinhalb Jahre vor dem Beginn der Weltmeisterschaft forderte Louis-Dreyfuß seine Investition zurück und der DFB überwies 6,7 Millionen Euro an die FIFA, die das Geld an den ehemaligen Adidas-Chef weitergeben sollte, wie der „SPIEGEL“ berichtet. Laut dem Magazin waren diese Gelder dazu gedacht, um die wichtige Mehrheit an Stimmen zu sichern – die vier Stimmen der asiatischen Vertreter. Am Ende siegte Deutschland mit 12:11 Stimmen, auch weil der Neuseeländer Charles Dempsey im letzten Wahlgang nicht abstimmte.

DFB reagiert und weißt Unregelmäßigkeiten zurück

Bereits am Samstagabend reagierte der Deutsche Fußball-Bund in einer Mitteilung und wies die Vorwürfe des „SPIEGEL“ zurück. „Im Rahmen seiner Prüfungen hat der DFB keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. Ebenso wenig haben sich irgendwelche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden. „, hieß es in dem Schreiben aus Frankfurt. Und weiter: „Im zeitlichen Zusammenhang mit diesen Prüfungen sind dem DFB Hinweise bekannt geworden, dass im April 2005 eine Zahlung des Organisationskomitees der WM 2006 in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA geleistet wurde, die möglicherweise nicht dem angegebenen Zweck (FIFA-Kulturprogramm) entsprechend verwendet wurde. Die Zahlung stand in keinem Zusammenhang mit der bereits rund fünf Jahre zuvor erfolgten Vergabe.“ Diese Vorwürfe werden nun intern vom Kontrollausschuss, sowie extern von der internationalen Wirtschaftskanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer geprüft.

Eklat bei Talk-Show „Sky90“- Handschrift von Niersbach

Viele Fragen bleiben in dem Artikel des „SPIEGEL“ allerdings auch offen. Nun kam es bei der Talk-Show „Sky90“ auf dem Pay-TV Sender Sky am vergangenen Sonntag zu einem Eklat. Moderator Patrick Wasserzieher versuchte, im Gespräch mit Autor Jens Weinreich, weiteren Fragen auf den Grund zu gehen, wobei die Situation aus dem Ruder lief. Zuerst interviewte Wasserzieher den DFB-Anwalt Christian Schertz, der eine klare Botschaft formulierte: „Wir werden Unterlassung und eine Gegendarstellung fordern. Und sollte dem Deutschen Fußball-Bund durch diese Berichterstattung ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, werden wir den Spiegel-Verlag dafür auch haftbar machen“, so der Jurist in der Diskussionsrunde. Anschließend kam Jens Weinreich zu Wort, der allerdings „not amused“ über die Fragen des Moderators war und wohl auch nicht wusste, dass zuvor die „Gegenseite“ befragt wurde. Oft antwortete der Journalist nur ausweichend oder gar nicht auf die gestellten Fragen, weshalb Wasserzieher immer wieder nachhakte. Auf die Frage von Wasserzieher , ob der „SPIEGEL“ die Handschrift von Herrn Niersbach geprüft hatte, verneinte dieser die Frage des Moderators. Selbst nach der Sendung schien Weinreich noch verärgert, wie der 50-jährige anschließend veröffentlichte.

Staatsanwaltschaft prüft WM 2006

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, nach den Vorwürfen des „SPIEGEL“, nun den Anfangsverdacht zur Vergabe der WM 2006 in einem Ermittlungsverfahren. „Wir haben einen Beobachtungsvorgang angelegt“, sagte eine Sprecherin Nadja Niesen gegenüber „FOCUS“, wobei sie als mögliche Tatbestände Betrug, Untreue und Korruption nannte. Wann die Prüfungen abschlossen sind und gegen wen ermittelt wird, ist noch unklar. „Zwar wären mögliche Korruptionsdelikte bereit verjährt, allerdings könne Untreue juristisch relevant sein“, so „FOCUS Online“.

Dementi von Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach

Franz Beckenbauer wies die Vorwürfe des Magazins entschieden zurück: „Ich habe niemandem Geld zukommen lassen, um Stimmen für die Vergabe zu akquirieren“, erklärte Beckenbauer am Sonntag. „Ich bin sicher, dass dies auch kein anderes Mitglied des Bewerbungskomitees getan hat“, so der 70-jährige weiter und auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nahm, am Montagvormittag, über DFB.TV, erneut Stellung zu den Vorwürfen und stellte darin klar, dass es „keine schwarzen Kassen“ gegeben hat:

Foto: Screenshot/DFB.TV

Was darf die Schule?

Dürfen die Lehrer in der Schule das überhaupt: Noten ändern oder Themen in einer Leistungsüberprüfung integrieren, welche im Unterricht gar nicht behandelt worden sind? Hier findet Ihr die Anworten auf diese Fragen!

 

Wenn viele eine schlechte Note geschrieben haben, kann man dann die Leistungsüberprüfung (Arbeit) wiederholen?

Das richtet sich sehr stark danach wie viele Schüler einer Klasse eine schlechte Leistungsüberprüfung geschrieben haben. Wenn mehr als ein Drittel aller Schüler kein ausreichendes Ergebnis haben, das bedeutet nicht mindestens eine 4 auf dem Gymnasium, ist die Lehrkraft verpflichtet die Schulleitung zu informieren. Anschließend liegt es im Ermessen der Schulleitung, ob eine Leistungsüberprüfung für ungültig erklärt wird oder nicht.

 

Können Lehrer Themen in Leistungsüberprüfungen integrieren, welche im Unterricht nicht behandelt wurden?

„Die Aufgaben für schriftliche Leistungsüberprüfungen sind so zu bemessen, dass Schüler/Innen diese in Ruhe bewältigen können und nicht in Zeitdruck geraten. Dabei soll der/die Schüler/In einen Denkprozess erfüllen, ohne das Ihnen von einem anderen Schüler/In oder der Lehrkraft geholfen wird“, heißt es in der Richtlinie für Klassenarbeiten (Hamburg, Fassung September 2013). Lehrer können also keine Themen integrieren, die während der normalen Unterrichtszeit nicht behandelt wurden.

 

Darf ich mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche länger an der Leistungsüberprüfung schreiben und darf mir dies zum Nachteil ausgelegt werden?

Das Schulgesetz sieht in diesem Fall einen besonderen Paragrafen vor. „Ein Nachteilsausgleich ist dann zu gewähren, wenn ein Schüler/In wegen einer Behinderung oder aufgrund einer Lese-Rechtschreib-Schwäche der Nachweis des Leistungstandes wesentlich erschwert wird.“ Somit dürfen Schüler/Innen länger an einer Leistungsüberprüfung schreiben, oder erhalten z.B. einen Ausgleich in Form eines Dudens bei einer Deutscharbeit. Allerdings wird in der Regel nur eine Erleichterung gewährt, wenn in der Vergangenheit eine mehrjährige Förderung vorrausgegangen ist.

 

Kann mir ein Lehrer meine Leistungsüberprüfung (Arbeit) wegnehmen, wenn ich spicke oder meinen Sitznachbarn helfe?

Wenn eine Schüler/In bei einer schriftlichen Lernerfolgskontrolle versucht zu täuschen, oder durch eine Täuschung versucht anderen Schülern/Innen zu helfen, kann die Person von der Lernerfolgskontrolle, laut dem Schulgesetz, ausgeschlossen werden. Wenn ein Schüler/In vor der Bearbeitung der Aufgaben ausgeschlossen wurde, so ist die die Leistung als nicht erbracht anzusehen.

 

Darf ein Lehrer eine Note für eine schriftliche Leistungsüberprüfung (Arbeit) nach der Rückgabe noch verändern?

Im Schulgesetz findet sich dazu kein expliziter Paragraf. Allerdings beantwortet der Gleichberechtigungssatz diese Frage in großen Teilen. Denn gleiche „Sachverhalte“ dürfen nicht ohne Grund ungleich behandelt werden. Somit müssen und dürfen Lehrer die Note einer schriftlichen Leistungsnachweises (Arbeit) im Nachhinein verändern, sollte die Note nicht der „Wahrheit“ entsprechen. Ansonsten würden Lehrer Schüler/Innen mit einer schlechteren Leistung, gegenüber Schülern/Innen mit besseren Leistungen bevorzugen. Dies würde dem Gleichberechtigungssatz wiedersprechen.

 

Darf die Schulleitung die Schule mit einer Überwachungsanlage ausstatten?

Eine Videoüberwachung von Schulräumen und schulischen Freiflächen (Pausenhof usw.) ist nur dann zulässig, wenn dies zur Abwehr einer konkreten Gefahr dient. Eine Überwachung der Klassenräume oder der sanitären Anlagen wie Umkleideräumen und Toiletten ist nicht erlaubt. Über die Einrichtung einer Überwachungsanlage muss die zuständige Behörde, in der Zusammenarbeit mit der Schulleitung, entscheiden. Zudem müssten überwachte Bereiche von der Schule gekennzeichnet werden.

 

Dürfen Lehrer unverhältnismäßige Ordnungsmaßnahmen verhängen?

Ordnungsmaßnahmen können sowohl die Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule bezwecken, aber auch zum Schutz beteiligter Personen dienen. Allerdings muss jede Maßnahme im Verhältnis zur begangenen Tat stehen. Ein/ne Schüler/In durch eine Ordnungsmaßnahme zu endwürdigen ist verboten. Wegen desselben Fehlverhaltens darf höchstens eine Ordnungsmaßnahme getroffen werden.

 

Wie groß dürfen Klassen (Schüleranzahl) denn sein?

An Stadtteilschulen dürfen in den Jahrgangstufen 5 und 6 maximal 23 Schüler/Innen in einer Klasse unterrichtet werden. In allen übrigen Jahrgangsstufen sind es maximal 25 Schüler/Innen. An Gymnasien darf die Schüleranzahl von 28, unabhängig der Jahrgangstufe, nicht überschritten werden.

 

Was? Eine wichtige Frage war nicht dabei? Dann schreibe sie einfach in die Kommentare und ich werde diese so schnell wie möglich beantworten.

 

(Alle hier genannten Informationen stammen aus dem Hamburger Schulgesetz. In anderen Bundesländern kann es Abweichungen geben. Der Seitenbetreiber und Autor übernimmt keine Haftung für die Gültigkeit der Paragrafen.)

Exklusiv-Talk: Tim Acid

Dieser eine Moment machte den Münchener deutschlandweit bekannt. Nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seinem Style wusste Tim zu überzeugen. Damit schaffte es der 16-jährige sogar ins Finale von „The Voice Kids“. Anschließend folgte ein steiler Aufstieg einer eher ungewöhnlichen Karriere. Tim Acid im Exklusiv-Interview:

Tims ungewöhnlicher Kleidungsstil sticht sofort ins Auge
Tims ungewöhnlicher Kleidungsstil sticht sofort ins Auge.

Was war es für ein Gefühl bei The Voice Kids im Finale zu stehen?

Das erste Gefühl war schon mal ziemlich toll. Es ist wirklich ein unbeschreibliches Gefühl, wenn Dir so viele Leute zuhören und Dir zujubeln. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich auf der Bühne stehe. Alle Jury-Mitglieder sahen aus wie Puppen, als Sie sich umgedreht haben. Es war einfach nur atemberaubend!

Wie bist Du zu „The Voice Kids“ gekommen?

Das hat meine Freundin Leonie eingefädelt. Sie hat mich da angemeldet. Zuerst war ich ein wenig sauer auf sie, bin dann aber doch hingegangen. Das war die beste Entscheidung.

„Es war einfach nur atemberaubend“ – Tim Acid

Was gefällt Dir besonders gut an Lena-Meyer-Landrut?

Lena ist ein sehr offener Mensch. Sie ist sehr verrückt und erfolgreich und trotzdem immer noch sie selbst geblieben. Das schätze ich sehr an ihr. Zudem ist sie, wie ich übrigens ebenfalls, sehr ehrgeizig und möchte alles immer super gut machen.

Was andere deknen, interessiert den Schüler nicht
Trotz des Künsternamens Acid ist seine Droge die Musik.

Wie bist Du auf den Song Silver Linings gekommen?

Der Song ist aus vielen verschiedenen Komponenten entstanden. Zum einen war es der „Abschied“ von „The Voice Kids“ und der Neuanfang mit dem Namen Tim Acid. Auf der anderen Seite soll der Song auch meine Leidenschaft zur Musik wiederspiegeln.

Was sagen Deine Eltern zu Deiner Karriere?

Zuerst war meine Mutter gar nicht begeistert, dass ich zu „The Voice Kids“ gehe. Sie hatte Angst, dass ich nach der ersten Runde rausfliegen würde. Doch Woche für Woche ging es einen kleinen Schritt näher zum Finale. Dann hat Sie mich natürlich unterstützt. Und auch bis heute hilft Sie mir immer wieder, wenn ich Hilfe brauche.

„Die Fanpost war echt extrem“ – Tim Acid

Bekommst Du viel Fanpost?

In der Zeit von „The Voice Kids“ war das teilweise extrem. So viel Fanpost habe ich noch nie bekommen. Inzwischen ist das etwas weniger geworden. Viel kommt auch über die Sozialen Netzwerke. Dabei sind tatsächlich öfter Messages von Jungen, als von Mädchen.

Sein Markenzeichen sind die vielen verschiedenen Brillen.
Sein Markenzeichen sin die vielen verschiedenen Brillen.

Stimmt die Chemie zwischen Dir und deinem Songwriter Philip?

Mein Manager Armin Hupp hat Philip Röder (Songwriter und Producer von Tim) in der Zeitung gesehen und sofort mit Ihm Kontakt aufgenommen. Zudem hat auch die Chemie zwischen uns auch gleich gepasst. Die großen Labels haben vielleicht auch ein wenig „Angst“ gehabt, mich unter Vertrag zu nehmen. Philip ist ein sehr talentierter Songwriter. Das mit uns ist eine große Sache.

Was sagen Deine Freunde zu Deinem Kleidungsstil?

Dabei fallen die Redaktionen der Leute sehr unterschiedlich aus. Ich habe sehr viel positives Feedback von netten Leuten bekommen, aber natürlich gab es auch einige Hater. Gerade bezüglich meines Kleidungsstils.

„Leider gab es auch einige Hater“ – Tim Acid

Wieso schreibst Du auf Deiner Facebookseite alles auf Englisch?

Am Anfang habe ich auch alles auf Deutsch geschrieben, doch dann kamen immer mehr internationale Fans dazu. Dann habe ich angefangen meine Posts und Tweets auf Englisch zu schreiben. Das versteht nämlich jeder. (Lacht)

Seine Klamotten schneidert der 16-jährige teilweise sogar selbst
Seine Klamotten schneidert der 16-jährige teilweise sogar selbst.

Beschreibe den typischen Tim!

Ich bin ein sehr verplanter Mensch. Oft habe ich so viel zu tun, das ich das ein oder andere vergesse. Zudem bin ich sehr aussagekräftig und habe eine Leidenschaft zur Musik. Meine Liebe zur Mode rundet den typischen Tim ab.

Was hast Du am liebsten an Deinem Leben?

Mein Rookie-Book. Dort bewahre ich meine Mode-Entwürfe und alle anderen wichtigen Dinge drin auf, die ich nicht verlieren darf. Viele Modeinspirationen und Entwürfe sammle ich dort. Das ist das wichtigste Utensil in meinem Leben. Danach kommt das Album von Lorde: Pure Heroin. Das habe ich eigentlich auch fast immer bei mir.

„Mein Rookie-Book ist das Wichtigste“ – Tim Acid

Wie sieht’s aus mit Partys?

An den Wochenenden gehe ich eigentlich auf keine Partys. Ich gehe eher auf Festivals. Das sind dann Techno-Partys. Dabei fühle ich mich dann wohl. Privat höre ich allerdings gar kein Techno. Dann schon eher Pop. Techno ist für mich eine reine Partymusik.

In manchen Kreisen stößt Tim sauer (engl. acid) auf, das interessiert ihn nicht.

Kannst Du das jugendliche Leben genießen?

Also ich kann mich schon noch frei bewegen. (Lacht) Aber oft ist es so, gerade wenn eine Gruppe Jugendliche kommt, dass ich erkannt werde. Oft werde ich aber auch einfach nur angeguckt. Die erinnern sich dann an mich, können mein Gesicht aber nicht so zuordnen.

Was bedeutet Musik für Dich?

Musik bedeutet für mich sehr, sehr viel. In der Musik kann ich meinen Charakter ausleben und ausdrücken. Für mich ist das wie eine Medizin. Ich könnte mich tagelang in mein Zimmer setzten und Musik hören. Zudem heitert mich Musik, immer wenn ich traurig bin, auf.

„Musik ist ein wichtiger Teil meines Lebens“ – Tim Acid

Gibt es schon einen neuen Song in Produktion?

Aktuell haben wir unfassbar viel im Studio gearbeitet. Vier neue Songs haben wir produziert. Die sind wirklich gut geworden. Die werden demnächst alle zusammen rauskommen. Zudem möchten wir einen Weltrekord aufstellen: Die meisten Outfits in einem Musik-Video. Mal sehen, ob uns das gelingt.

Wo sind Deine nächsten Auftritte?

Aktuell habe ich ein wenig Pause. Ich gehe im Moment „nur“ zum Vocal-Coaching. Das ist so eine Art Gesangsunterricht kombiniert mit unterschiedlichster Performance. Dabei versuche ich meine Stimme zu optimieren. Ansonsten stehen 2015 einige Konzerte an. Aktuell kann ich dazu allerdings nicht mehr sagen.

(Nähere Infos folgen auf Tims Facebookseite, bei Twitter oder bei Instagram)

Paris: „Charlie Hebdo“

Die Welt ist erschüttert: Der Angriff auf das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ ist nicht nur ein Anschlag auf die Menschen in Frankreich, sondern auch einer auf die Meinungsfreiheit. Doch was ist dieses „Charlie Hebdo“ überhaupt und wieso konnte es überhaupt zu so einem Anschlag kommen? Eine Zeitreise:

Gründung 1970: Das erste Mal

Es ist das Jahr 1970 als „Charlie Hebdo“ das erste Mal in den Kiosken Frankreichs im Verkauf ist. Der Name „Charlie“ stammt von der Comicfigur „Charlie Brown“ und verweist auf die Ursprünge der Zeitung, welche im Bereich der Comic-Magazine liegt. Der zweite Teil des Namens, „Hebdo“, kommt aus dem französischen (hebdomadaire) und bedeutet Wochenzeitung.

11 Jahre produzierte „Charlie Hebdo“, welche in dieser Zeit mit Übereinstimmung ihres Selbstverständnisses dem politisch linken Spektrum zugeordnet wurden, mit einer Auflage von 60.000 Zeitschriften wöchentlich. Von 1981 bis 1991 wurde es still um die Satirezeitschrift. 1992 wurde „Charlie Hebdo“, nach elf-jähriger Abstinenz wiederbelebt und ist seither einer der erfolgreichsten in unserem Nachbarland.

Der Brandanschlag 2011

Der Anschlag am 7. Januar 2015 war nicht der Erste. Am 2. November 2011 wurde ein Brandanschlag auf die damals neu bezogene Redaktion am Boulevard Davout verübt. Bereits damals stand der Anschlag im Zusammenhang mit einer Mohammed-Karikatur auf der Titelseite des Magazins. Auch die Webseite des Satire-Magazins wurde Opfer einer Attacke.

Für mehrere Stunden stand, statt der üblichen Internetseite, ein Bild einer Moschee in Saudi-Arabien (Mekka) als Titelbild auf der Seite. Darunter die Sätze in Englisch: „Unter dem Deckmantel der Pressefreiheit greift ihr mit euren gehässigen Karikaturen den großen Propheten des Islam an. Der Fluch Gottes soll euch treffen. Wir werden in der virtuellen Welt euer Fluch sein. Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“

Eine türkische Hackergruppe namens „Akıncılar“ bekannte sich damals zu dem Hackerangriff, distanzierte sich allerdings deutlich von dem Brandanschlag. Bei dem Brandanschlag gab es keinen Personenschaden, doch der entstandene Sach-Schaden war trotz allem beträchtlich. Sämtliches Equipment sowie das Layout- und Computer System wurden zerstört.

Die französische Zeitung „Libération“ unterstützte die Redakteure, Karikaturisten und Layouter von „Charlie Hebdo“ und stellte ihnen Redaktionsräume zur Verfügung, widmeten ihnen sogar eine Sonderausgabe.

Weitere Mohammed-Karikaturen

Es ist der 19. September 2012: Der arabische Frühling ist im vollen Gange und „Charlie Hebdo“ kommt mit einem neuen Cover auf den Markt. Darauf: Wieder eine Mohammed-Karikatur. Wütende Proteste waren die Folge. Die Redakteure beriefen sich auf die Pressefreiheit. Um einen erneuten Anschlag zu verhindern, bezogen Polizei-Einheiten vor den Redaktionsräumen Stellung. Die französische Regierung kritisierte „Charlie Hebdo“ bezüglich des Zeitpunktes der Veröffentlichung. Die Opposition wollte sich von den Drohungen aber nicht einschüchtern lassen.

Paris: Der Kaltblütige Anschlag

Es ist ruhig in der Rue Nicolas-Appert im Herzen von Paris. Doch dann stürmen zwei maskierte Männer in die Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“, töten zwölf Menschen. Darunter auch der bekannte Herausgeber und Zeichner Stéphane Charbonnier. 20 weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Während ihrer Tat riefen die Attentäter: „Nous avons vengé le prophète!“ Zu Deutsch: „Wir haben den Propheten gerächt“. Einen Tag später erschießt ein polizeibekannter Dschihadist, namens Amedy Coulibaly, eine Polizistin und verletzt einen Straßenreiniger schwer.

Am 9. Januar verschanzten sich die beiden Attentäter in einer Druckerei nord-östlich von Paris. Zeitgleich nahm Amedy Coulibaly in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und forderte freies Geleit für die beiden Attentäter von „Charlie Hebdo“. Gegenüber dem Sender BFM TV bestätigte Coulibaly, dass er sich mit den „Charlie Hebdo“-Attentätern abgesprochen habe. Vier Geiseln starben, alle anderen blieben unverletzt.

Noch am selben Tag kam es auf der ganzen Welt zu Solidaritätskundgebungen. In Paris kamen rund 35.000 Menschen zusammen. Bei der „offiziellen Kundgebung“ am 9. Januar  sogar 700.000.

Mohammed-Karikatur: Neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“

Bereits für den 14. Januar kündigte man von Seiten „Charlie Hebdos“ eine neue Ausgabe an. Unter dem Titel: Le Journal des Survivants („Das Journal der Überlebenden“). Wieder war es die Zeitung „Libération“, welche ihre Redaktionsräume zur Verfügung stellte. Am 13. Januar wurde das Cover der Ausgabe vorgestellt, welches um die Welt ging. Es zeigte wieder eine Mohammed-Karikatur mit einen Schild in der Hand. „Je Suis Charlie“ steht darauf. Der Slogan welcher die letzten Tage maßgeblich geprägt hatte.

Die neue Ausgabe kam nur einen Tag später mit einer Auflage von drei Millionen, wobei die Erstauslieferung von einer Million bereits nach wenigen Stunden vergriffen war. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Auflage anschließend auf fünf, nun sogar auf sieben Millionen aufgestockt. Zudem gibt es die Satire-Zeitung nun als App. In einigen muslimischen Ländern gab es bereits neue Proteste aufgrund der Karikatur. Die Türkische-Regierung sperrte die Webseite von „Charlie Hebdo“. Einige westliche Medien entschieden sich ebenfalls das Cover der aktuellen Ausgabe nicht zu veröffentlichen.

Auch in Deutschland bildeten sich am Samstagmorgen lange Schlangen vor den Bahnhöfen und Flughäfen. In Hamburg war die Schlange rund 40 Meter lang, über 100 Personen wollten eine Ausgabe. Lediglich sieben wurden allerdings geliefert. Viele hoffen nun auf Nachschub. Dieser lässt aktuell aber noch auf sich warten.

Leukämie: Hilfe für Lukas

Lukas Hagenbruch, ein ganz normaler 14-jähriger Junge aus dem Harz. Doch am 22.8.2014 ändert sich sein Leben schlagartig. Doch seine Familie und Freunde helfen!

Fußball ist Lukas Leben. Der 14-jährige spielt beim VfR Osterode und ist zudem Spieler des Stützpunktes Goslar-Osterode. Doch den 22.8.2014 wird Lukas nicht mehr so schnell vergessen. Es ist Freitag als Lukas seine Diagnose der Ärzte attestiert bekommt: Leukämie. Ein Schock für ihn und seine Familie. Und bereits am Montag darauf ist klar: Lukas benötigt Blutstammzellspender.

Seine Eltern organisieren eine Typisierungsaktion für den 14-jährigen. Diese ist allerdings sehr teuer. Über die Facebookseite FÜR LUKAS werden die ersten Spendenaufrufe gestartet. Schnell gelangt Lukas Schicksal an die Öffentlichkeit. Der Förderverein Hoffnung e.V. aus Göttingen wird hinzugezogen und sammelt Spendengelder.

Vereine, Schulen, Soziale Einrichtungen: Alle wollen sie Lukas helfen. Die Facebookseite wird zum Dreh und Angelpunkt. Über 34.000 „Gefällt mir“-Angaben besitzt die Seite bereits. Und tatsächlich: Am 18.10 fand die Typisierung statt. Ergebnis: 963 junge und alte Spender kamen in den Harz um Lukas zu helfen. Zudem kamen 20.292,15 Euro zusammen.

Unglaublich! „Vereine, Verbände, Firmen und viele Privatpersonen engagieren sich bei den Veranstaltungen und in unzähligen weiteren Aktionen und geben uns das unbezahlbare Gefühl in dieser Situation nicht alleine zu sein!“, so Lukas Eltern. Die Aktion FÜR LUKAS soll trotz der abgeschlossenen Typisierung noch weitergeführt werden.

Wenn auch Ihr helfen wollt, findet Ihr alles hier:

Facebookseite: FÜR LUKAS

Infos: heiko.denk@web.de

Spenden:
Hoffnung e.V.
Sparkasse Osterode
Konto: 215 121 989
BLZ: 26351015
IBAN: DE 04 263510150215121989

Verwendungszweck „FÜR LUKAS“

Homophobie an Schulen

„Guck mal: Der geht voll schwul!“ Oder: „Der ist doch bestimmt schwul!“

Solche Sätze sind an Hamburger Schulen Alltag. Das Wort „schwul“ wird von Schülern tagtäglich als Schimpfwort benutzt. Doch geschieht dies aus Unwissenheit? Denn sobald man die Personen auf ihre Wortwahl anspricht, sagen sie oft kaum noch etwas: „Ist doch einfach so.“

Doch nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch in unserer Gesellschaft sind Schwule und Lesben oft noch nicht richtig anerkannt. Homosexuelle haben es statistisch gesehen immer noch schwerer im Leben als „normale“ Mitbürger. Ebenso ist es für homosexuelle Schüler.

Oft ist für diese an kein Outing zu denken. Der Spott der anderen Mitschüler, die Blicke der Lehrer und die Worte der Mitmenschen. Für Homosexuelle scheint an Schulen immer noch kein Verständnis zu sein. Zwar tun die Lehrer und Sozialpädagogen ihr Möglichstes, können Schüler aber auch nicht vor “Attacken“ in den Pausen schützen.

Doch warum ist dieses Problem in Schulen heute immer noch vorhanden? Oft ist es wohl die ungewohnte Situation. Schüler wissen nicht, wie sie mit einem homosexuellen Mitschüler reden sollen. Es ist für beide Seiten eine schwierige Situation. Zudem kommen extreme Kommentare der anderen, sollte man sich zu lange mit einem homosexuellen Mitschüler unterhalten.

Eine Lösung des Problems könnten spezielle Kurse an Schulen für die nicht homosexuellen Schüler sein, in denen erklärt wird, das Homosexualität nichts Schlimmes ist. Das Verständnis für Schüler, die homophobe Äußerungen von sich geben, schwindet zum Glück auch immer mehr.

Hamburgs Schulen sind auf einem richtigen Weg, müssten aber trotzdem noch viel mehr tun. Wenn Schüler nämlich schon früh lernen, dass homosexuell, „schwul sein“, nichts Schlimmes ist, gibt es in unserer Gesellschaft auch weniger Probleme im Umgang mit Homosexuellen.