Archiv der Kategorie: Berichte

SPIEGEL gegen DFB: WM 2006 gekauft?

„Sommer, Sonne, Schwarzgeld“ heißt der Artikel des Magazins „Der SPIEGEL“, der den Deutschen Fußball-Bund nun unter Zugzwang stellt. In diesem behauptet das Magazin, dass der DFB die Fußball-WM 2006 gekauft hat. Dabei soll es auch eine schwarze Kasse mit über zehn Millionen Franken gegeben haben. Alle Fakten dazu gibt’s hier:

SPIEGEL sorgt für sehr viel Furore

Als am Samstag die 43. Ausgabe des Magazins „DER SPIEGEL“ in den weltweiten Kiosken landete, ahnten wohl zuerst nur die Herausgeber, welche Wellen dieses Heft schlagen würde. Denn die Titelseite erhebt schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund. „Das zerstöre Sommermärchen“, darüber die Gesichter von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, dem damaligen „Gesicht der WM 2006“ und dem Kaiser Franz Beckenbauer, sowie vom ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfuß und darunter der Satz: „Schwarze Kassen – die wahre Geschichte der WM 2006“ ließen bereits auf den ersten Blick erahnen, dass die nächsten Tage wirklich ungemütlich für den DFB werden würden.

„Sommer, Sonne, Schwarzgeld: Die WM 2006“

Das Magazin berichtet von einer schwarzen Kasse des DFB-Bewerbungskomitees, die rund 10,3 Millionen Schweizer Franken intus hatte. Laut dem „SPIEGEL“ stammten diese 13 Millionen Mark, wie sie von den Autoren auch genannt wurden, vom damaligen Adidas-Boss Robert Louis-Dreyfus, der diese als Privatmann investierte. Gewusst haben soll davon neben Wolfgang Niersbach auch Franz Beckenbauer. Doch knapp eineinhalb Jahre vor dem Beginn der Weltmeisterschaft forderte Louis-Dreyfuß seine Investition zurück und der DFB überwies 6,7 Millionen Euro an die FIFA, die das Geld an den ehemaligen Adidas-Chef weitergeben sollte, wie der „SPIEGEL“ berichtet. Laut dem Magazin waren diese Gelder dazu gedacht, um die wichtige Mehrheit an Stimmen zu sichern – die vier Stimmen der asiatischen Vertreter. Am Ende siegte Deutschland mit 12:11 Stimmen, auch weil der Neuseeländer Charles Dempsey im letzten Wahlgang nicht abstimmte.

DFB reagiert und weißt Unregelmäßigkeiten zurück

Bereits am Samstagabend reagierte der Deutsche Fußball-Bund in einer Mitteilung und wies die Vorwürfe des „SPIEGEL“ zurück. „Im Rahmen seiner Prüfungen hat der DFB keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. Ebenso wenig haben sich irgendwelche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden. „, hieß es in dem Schreiben aus Frankfurt. Und weiter: „Im zeitlichen Zusammenhang mit diesen Prüfungen sind dem DFB Hinweise bekannt geworden, dass im April 2005 eine Zahlung des Organisationskomitees der WM 2006 in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA geleistet wurde, die möglicherweise nicht dem angegebenen Zweck (FIFA-Kulturprogramm) entsprechend verwendet wurde. Die Zahlung stand in keinem Zusammenhang mit der bereits rund fünf Jahre zuvor erfolgten Vergabe.“ Diese Vorwürfe werden nun intern vom Kontrollausschuss, sowie extern von der internationalen Wirtschaftskanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer geprüft.

Eklat bei Talk-Show „Sky90“- Handschrift von Niersbach

Viele Fragen bleiben in dem Artikel des „SPIEGEL“ allerdings auch offen. Nun kam es bei der Talk-Show „Sky90“ auf dem Pay-TV Sender Sky am vergangenen Sonntag zu einem Eklat. Moderator Patrick Wasserzieher versuchte, im Gespräch mit Autor Jens Weinreich, weiteren Fragen auf den Grund zu gehen, wobei die Situation aus dem Ruder lief. Zuerst interviewte Wasserzieher den DFB-Anwalt Christian Schertz, der eine klare Botschaft formulierte: „Wir werden Unterlassung und eine Gegendarstellung fordern. Und sollte dem Deutschen Fußball-Bund durch diese Berichterstattung ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, werden wir den Spiegel-Verlag dafür auch haftbar machen“, so der Jurist in der Diskussionsrunde. Anschließend kam Jens Weinreich zu Wort, der allerdings „not amused“ über die Fragen des Moderators war und wohl auch nicht wusste, dass zuvor die „Gegenseite“ befragt wurde. Oft antwortete der Journalist nur ausweichend oder gar nicht auf die gestellten Fragen, weshalb Wasserzieher immer wieder nachhakte. Auf die Frage von Wasserzieher , ob der „SPIEGEL“ die Handschrift von Herrn Niersbach geprüft hatte, verneinte dieser die Frage des Moderators. Selbst nach der Sendung schien Weinreich noch verärgert, wie der 50-jährige anschließend veröffentlichte.

Staatsanwaltschaft prüft WM 2006

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, nach den Vorwürfen des „SPIEGEL“, nun den Anfangsverdacht zur Vergabe der WM 2006 in einem Ermittlungsverfahren. „Wir haben einen Beobachtungsvorgang angelegt“, sagte eine Sprecherin Nadja Niesen gegenüber „FOCUS“, wobei sie als mögliche Tatbestände Betrug, Untreue und Korruption nannte. Wann die Prüfungen abschlossen sind und gegen wen ermittelt wird, ist noch unklar. „Zwar wären mögliche Korruptionsdelikte bereit verjährt, allerdings könne Untreue juristisch relevant sein“, so „FOCUS Online“.

Dementi von Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach

Franz Beckenbauer wies die Vorwürfe des Magazins entschieden zurück: „Ich habe niemandem Geld zukommen lassen, um Stimmen für die Vergabe zu akquirieren“, erklärte Beckenbauer am Sonntag. „Ich bin sicher, dass dies auch kein anderes Mitglied des Bewerbungskomitees getan hat“, so der 70-jährige weiter und auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nahm, am Montagvormittag, über DFB.TV, erneut Stellung zu den Vorwürfen und stellte darin klar, dass es „keine schwarzen Kassen“ gegeben hat:

Foto: Screenshot/DFB.TV

Advertisements

Leukämie: Hilfe für Lukas

Lukas Hagenbruch, ein ganz normaler 14-jähriger Junge aus dem Harz. Doch am 22.8.2014 ändert sich sein Leben schlagartig. Doch seine Familie und Freunde helfen!

Fußball ist Lukas Leben. Der 14-jährige spielt beim VfR Osterode und ist zudem Spieler des Stützpunktes Goslar-Osterode. Doch den 22.8.2014 wird Lukas nicht mehr so schnell vergessen. Es ist Freitag als Lukas seine Diagnose der Ärzte attestiert bekommt: Leukämie. Ein Schock für ihn und seine Familie. Und bereits am Montag darauf ist klar: Lukas benötigt Blutstammzellspender.

Seine Eltern organisieren eine Typisierungsaktion für den 14-jährigen. Diese ist allerdings sehr teuer. Über die Facebookseite FÜR LUKAS werden die ersten Spendenaufrufe gestartet. Schnell gelangt Lukas Schicksal an die Öffentlichkeit. Der Förderverein Hoffnung e.V. aus Göttingen wird hinzugezogen und sammelt Spendengelder.

Vereine, Schulen, Soziale Einrichtungen: Alle wollen sie Lukas helfen. Die Facebookseite wird zum Dreh und Angelpunkt. Über 34.000 „Gefällt mir“-Angaben besitzt die Seite bereits. Und tatsächlich: Am 18.10 fand die Typisierung statt. Ergebnis: 963 junge und alte Spender kamen in den Harz um Lukas zu helfen. Zudem kamen 20.292,15 Euro zusammen.

Unglaublich! „Vereine, Verbände, Firmen und viele Privatpersonen engagieren sich bei den Veranstaltungen und in unzähligen weiteren Aktionen und geben uns das unbezahlbare Gefühl in dieser Situation nicht alleine zu sein!“, so Lukas Eltern. Die Aktion FÜR LUKAS soll trotz der abgeschlossenen Typisierung noch weitergeführt werden.

Wenn auch Ihr helfen wollt, findet Ihr alles hier:

Facebookseite: FÜR LUKAS

Infos: heiko.denk@web.de

Spenden:
Hoffnung e.V.
Sparkasse Osterode
Konto: 215 121 989
BLZ: 26351015
IBAN: DE 04 263510150215121989

Verwendungszweck „FÜR LUKAS“

Homophobie an Schulen

„Guck mal: Der geht voll schwul!“ Oder: „Der ist doch bestimmt schwul!“

Solche Sätze sind an Hamburger Schulen Alltag. Das Wort „schwul“ wird von Schülern tagtäglich als Schimpfwort benutzt. Doch geschieht dies aus Unwissenheit? Denn sobald man die Personen auf ihre Wortwahl anspricht, sagen sie oft kaum noch etwas: „Ist doch einfach so.“

Doch nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch in unserer Gesellschaft sind Schwule und Lesben oft noch nicht richtig anerkannt. Homosexuelle haben es statistisch gesehen immer noch schwerer im Leben als „normale“ Mitbürger. Ebenso ist es für homosexuelle Schüler.

Oft ist für diese an kein Outing zu denken. Der Spott der anderen Mitschüler, die Blicke der Lehrer und die Worte der Mitmenschen. Für Homosexuelle scheint an Schulen immer noch kein Verständnis zu sein. Zwar tun die Lehrer und Sozialpädagogen ihr Möglichstes, können Schüler aber auch nicht vor “Attacken“ in den Pausen schützen.

Doch warum ist dieses Problem in Schulen heute immer noch vorhanden? Oft ist es wohl die ungewohnte Situation. Schüler wissen nicht, wie sie mit einem homosexuellen Mitschüler reden sollen. Es ist für beide Seiten eine schwierige Situation. Zudem kommen extreme Kommentare der anderen, sollte man sich zu lange mit einem homosexuellen Mitschüler unterhalten.

Eine Lösung des Problems könnten spezielle Kurse an Schulen für die nicht homosexuellen Schüler sein, in denen erklärt wird, das Homosexualität nichts Schlimmes ist. Das Verständnis für Schüler, die homophobe Äußerungen von sich geben, schwindet zum Glück auch immer mehr.

Hamburgs Schulen sind auf einem richtigen Weg, müssten aber trotzdem noch viel mehr tun. Wenn Schüler nämlich schon früh lernen, dass homosexuell, „schwul sein“, nichts Schlimmes ist, gibt es in unserer Gesellschaft auch weniger Probleme im Umgang mit Homosexuellen.

 

Hamburger Schulstreik

In den Letzen Wochen fanden mehrfach große Demonstrationen für die Lampedusa-Flüchtlinge oder die Erhaltung der Roten-Flora statt. Mehrfach kam es dabei zu Auseinandersetzung zwischen den Demonstranten und der Polizei. Wasserwerfer und Tränengas sind Alltag. Muss sich das sein?

Die Lampedusa Politik der SPD ist seit vielen Wochen sehr umstritten. Die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ fordert weiterhin ein Bleiberecht für die Flüchtlinge. Geschätzte 15.000 Menschen gehen Woche für Woche auf die Straße um nach Paragraf §23 des Bundesgesetzes für die Rechte der Flüchtlinge zu kämpfen.

Oft gibt es großes Konfliktpotenzial zwischen der Hamburger Polizei und den Demonstranten. Die Beamten setzen Tränengas und Wasserwerfer ein, um gegen vermeintliche Randalierer vorzugehen. Auch im Hamburger Senat wird das Thema heißt diskutiert. Bei einer Straßenfestrede von Bürgermeister Olaf Scholz stürmten nackte Aktivistinnen zum Podiumspostest zum auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Nachdem das Podium von den heraneilenden Einsatzkräften geräumt worden war, brach großer Unmut unter den Anhängern der SPD aus. Die Partei innerlich scheint gespalten zu sein. Am 12.12.2013 fand ein Bundesweiter Schulstreik statt. Daran beteiligten sich in Hamburg schätzungsweise 3.500 – 4.000 SchülerInnen. Viele SchülerInnen solidarisieren sich im ihren Klassenkameraden den teilweise die Abschiebung droht.

Die Schüler kämpfen für ein Bleiberecht der Flüchtlinge und nicht „nur“ eine Duldung wie sie bereits vom Senat ausgesprochen wurde. Nun legte der Hamburger Senat ein Angebot vor, welches beinhaltet, dass die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ einzeln Anträge auf Aufenthalt stellen sollen und dann einen Duldung für die Dauer des Verfahrens ausgesprochen werden soll.

Das Verfahren kann sich bis zu drei Jahre in die Länge ziehen. In einem Kommentar der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ lehnen sie das Angebot ab: „Eine gemeinsame Grundlage für die Entscheidung soll es in diesem Verfahren nicht geben, d.h: es wurden keine die gemeinsame Fluchtgeschichte der Gruppenmitglieder betreffenden Kriterien benannt, bei deren Erfüllung ein Bleiberecht erteilt werden soll.

Vielmehr wurde durch Behördenvertreter sowie Senatsmitglieder und Oberbürgermeister Scholz immer wieder darauf hingewiesen, dass gemäß der alle Mitglieder der Gruppe betreffenden gemeinsamen Fluchtgeschichte kein Recht auf Aufenthalt erteilt werden soll und die Anträge dem entsprechend negativ beschieden werden würden“, heißt es.

Weiterhin appelliert die Gruppe an die Demonstranten friedlich zu demonstrieren: „Wir Mitglieder der Gruppe “Lampedusa in Hamburg” und unsere UnterstützerInnen glauben, dass friedliche Proteste der beste Weg sind, um unsere Ziele zu erreichen. Wir sind unseren UnterstützerInnen sehr dankbar: Frauen, Männer, Studierende und sogar junge Schulkinder, die zusammen gekommen sind, um sich uns auf gemeinsamen Solidaritätsaktionen anzuschließen. Wäre die Hilfe unserer UnterstützerInnen nicht gewesen, wären wir auf den Straßen Hamburgs gestorben.

Stattdessen hat sich “Lampedusa in Hamburg” zu einer friedlichen Protestbewegung entwickelt, an der sich Tausende beteiligen.“ Was bleibt sind Wochenlange Proteste wo keiner so genau sagen kann, wann diese ein Ende haben und wann der Hamburger Senat sich zu einem Umdenken bewegen lässt. Auch in der Frühjahrszeit wird es weiter Demonstrationen für die Flüchtlinge geben. Eine Lösung des Problems scheint derweil noch in weiter Ferne.